NICHT GENUG

ist eine wichtige Auseinandersetzung, um unserem Blick auf die sogenannte „Dritte Welt“, mit der wir aufgewachsen sind, zu hinterfragen. Es ist ein Theater-Abend über Schuld und sich schuldig machen. Wir sehen einerseits die persönliche Geschichte von Frank Kleindienst - andererseits erleben wir das globale Weltgeschehen, das sich in der Entwicklungszusammen-arbeit niederschlägt.

Idealismus tötet eigentlich nicht...

Der Entwicklungs-helfer Frank Klein-dienst, gilt als einer der erfah-rensten Mitarbeiter bei „Hilfe hilft!“. Er soll an diesem Informa-tionsabend „Die Neuen“ auf ihren Helfer-Einsatz in afrikanischen Län-dern einschwören. Aber der Abend läuft völlig aus dem Ruder, weil Kleindienst im Rückblick auf seine langjährige Arbeit und seinen Einsatz, unter anderem in Ruanda, die Entwicklungszusammenarbeit als solche grundlegend hinterfragt. Er sieht sich provoziert durch die hilfsbereiten, oft nativen und ahnungs-losen Menschen, die ihm gegenübersitzen. Seinen Idealismus und den Glauben an das Gute hat er längst verloren. Warum soll-te er also jetzt noch andere Menschen ermutigen, als Helfer in die Welt zu ziehen?

Kleindienst: … “Obwohl vom Mitleid leben kann sich richtig lohnen. Die Lobby-arbeit ist sehr profes-sionell geworden, auch die PR-Kam-pagnen. Sie finden nicht mehr im vege-tarischen Restaurant statt, sondern der Hunger der Welt wird jetzt im Fünf-Sterne-Hotel bekämpft“… (Textauszug)

„NICHT GENUG“ ist eine wichtige Ausein-andersetzung, um un-serem Blick auf die sogenannte „Dritte Welt“, mit der wir aufgewachsen sind, zu hinterfragen. Es ist ein Theater-Abend über Schuld und sich schuldig machen. Wir sehen einerseits die persönliche Geschich-te von Frank Klein-dienst - andererseits erleben wir das glo-bale Weltgeschehen, das sich in der Ent-wicklungszusammenarbeit niederschlägt.

 


Macht schafft Wirklichkeit

Hilfsorganisationen agieren oft im Zentrum der Macht. Sie spielen zwar eine passive, aber doch entscheidende Rolle. Sie töten nie, aber sie stehen dabei. Sie wollen niemanden umbringen, aber sie retten auch nicht.

Macht schafft Wirklichkeit. Welche Folgen das für eine Hilfsorganisation hat, die sich durch Moral und Gerechtigkeit legitimiert, ist eine spannende Frage. 

Wie können wir also unter solchen Voraussetzungen hoffen zwischen richtig und falsch, gerecht und ungerecht entscheiden zu können. Der schlimmste Gedanke, der Frank Kleindienst nicht mehr schlafen lässt ist der, dass es eine Symbiose gibt zwischen unserer Tugend und ihren Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

 

 

Kahlert:          „Sollten wir nicht endlich anfangen uns zu fragen, ob Entwicklungshilfe überhaupt ein Beruf sein kann? Entwicklungshilfe darf nicht als Lebenslange Aufgabe verstanden werden, denn der Sinn der Hilfe soll ja gerade sein, dass sie sich innerhalb weniger Jahre selbst überflüssig macht. Das sagen wir aber schon seit 50 Jahren. Also machen wir etwas falsch.“ 

 

(Textauszug)

 

 

Ulrich Thon, Schauspieler


wird 1967 am Bodensee geboren. In seiner Arbeit sucht er nach Projekten, die ihn daran hindern, in künstlerische Routine zu verfallen. In Bremen gründet Thon sein eigenes Ensemble, für das er zehn Jahre lang seine Bildsprache entwickelt, Stücke schreibt und Regie führt.  

Thon konzipiert und realisiert Stadtfeste, inszeniert Varieté-Abende und Musicals. Vor einigen Jahren brachte er »Das Rilke-Projekt« von Schönherz & Fleer auf die Bühne. 

 

Margot Müller, Regie

Absolviert 1990 eine Schauspielausbildung an der Theaterschule in Stuttgart, u.a. bei Frieder Nögge. Nach Engagements in Karlsruhe, Oldenburg und Bremen, realisiert sie ihre ersten Solo-Programme unter Mitarbeit von G. Blum (Shakespeare Company Bremen) und Gottfried Wagner (Kom(m)ödchen Düsseldorf) Daneben war sie langjährig im Team der Menuhin-Stiftung, für die sie zahlreiche Schultheaterprojekte inszenierte, u.a. am MIR (Musiktheater im Revier) und am Consoltheater in Gelsenkirchen.

 

Technische Daten: 

Die Spieldauer beträgt maximal 1 ½ Stunden & Pause und dem Angebot eines anschließenden Publikumsgespräches.
Eine erhöhte Bühne (ca. 50 cm) oder, bei ebenerdiger Bespielung, ansteigende Sitzreihen, sind erforderlich.
Die Spielfläche sollte 5 x 5 Meter betragen, die Höhe mindestens 2,60 Meter.
Des weiteren wird eine einfache mobile 12-Kanal-Beleuchtungsanlage mit Scheinwerfern oder entsprechendem Material benötigt…
Alle Rechte für das Stück liegen bei Margot Müller & Ulrich Thon.